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Gefühls-Dispo: Wenn Liebe mehr kostet, als du auf dem Konto hast!

Gefühls-Dispo: Wenn Liebe mehr kostet, als du auf dem Konto hast
Die bittere Wahrheit über emotionale Kredite, Hollywood-Romantik und andere teure Irrtümer

Disclaimer (bitte anschnallen, nicht einkuscheln):
Dieser Text ist Satire. Jede Ähnlichkeit mit realen Personen wäre reiner Zufall oder ein alarmierendes Zeichen für schlechte Menschenkenntnis.
Hinweis für Neuankömmlinge: Dieser Blog brutzelt Realität zu Satire erst den Humor einschalten, dann die Empörung servieren.

Herz auf Pump Willkommen in der Emotional-Bank AG

Im modernen Leben wirken viele Beziehungen weniger wie Liebesgeschichten und mehr wie schlecht verhandelte Kreditverträge: hohe Zinsen, unklare Laufzeit, und am Ende steht unerklärlich ein Inkassobrief im Seelenpostfach.

Statt nüchtern darüber zu sprechen, wird das Produkt „Liebe“ allerdings so verkauft, wie Fast-Food nach einem Photoshop-Overhaul: Außen glänzende Bilder, innen lauwarmer Realitätspamps. Hollywood fungiert dabei als globale Marketingabteilung des emotionalen Finanzbetrugs:
„Zahle mit deinem Selbstwert erhalte im Gegenzug eine fragile Illusion von ‚für immer‘.“

Wer braucht noch Risikoanalyse, wenn der andere charmant lächelt wie ein gut gecasteter Nebencharakter in Notting Hill und Sätze sagt, die klingen, als wären sie von einem mittelmäßig inspirierten Drehbuchautor für Staffel 3 einer Netflix-Romcom recycelt worden?

Rom, Tinder & der Senat der sentimentalen Dummheiten

Zur Beruhigung: Emotionaler Wahnsinn ist keine moderne Erfindung. Schon im Römischen Imperium investierten Menschen ihre Zukunft in höchst fragwürdige Beziehungsmodelle. Man stelle sich den jungen Senator vor, der seine Tochter nicht „aus Liebe“, sondern wie ein politisches Derivat verheiratet: Allianzen, Einfluss, Macht romantische Gefühle durften höchstens als Randnotiz im Fußnoten-Bereich des Ehevertrags erscheinen.

Liebe war damals weniger Romeo & Julia und mehr Game of Thrones mit besserer Architektur.

Doch die Logik dahinter ist zeitlos
  • Damals: „Du heiratest ihn, damit wir Zugang zu seinem Land bekommen.“
  • Heute: „Du datest ihn, weil er emotionales Land verspricht: Stabilität, Sicherheit, Zukunft.“

In beiden Fällen wird nicht gefragt: Kann dieser Mensch überhaupt lieben?
Sondern: Welche Rendite ist drin?

Der Unterschied: Früher war es zumindest allen klar, dass es ein Deal ist. Heute nennt man denselben Mechanismus „Seelenverwandtschaft“, packt Glitzerfilter drüber und legt im Hintergrund The Notebook auf Dauerschleife.

Hollywood als Ponzi-System der Gefühle

Hollywood-Romantik funktioniert wie ein gigantisches emotionales Schneeballsystem:
Die ersten zwei Stunden (Filmlänge) wird in eine perfekte Illusion investiert Konflikte werden mit einem schnellen Kuss, einer Träne im Regen oder einem Flughafen-Showdown gelöst. Am Ende sind alle glücklich, und niemand muss zur Paartherapie.

Das Problem:
Im echten Leben endet die Szene nicht mit „CUT“, sondern mit:
„Warum hast du meine Nachricht auf gelesen gelassen?“

Rom-Coms sind im Grunde Werbespots für toxische Erwartungshaltungen:

  • „Wenn er dich wirklich liebt, kämpft er um dich.“
    Übersetzung im Alltag: Man bleibt bei jemandem, der seit Monaten keinen emotionalen Mietzins gezahlt hat, weil man auf eine epische Wendung hofft.
  • „True Love überwindet alles.“
    Wird gerne als Deckmantel benutzt für: fehlende Selbstachtung, ungesunde Abhängigkeit und chronische Grenzüberschreitung.

Das Ergebnis: Eine ganze Generation, die Liebesverträge unterschreibt, als wären es Netflix-AGBs. Ohne zu lesen, ohne nachzufragen aber mit dramatischer Hintergrundmusik im Kopf.

Emotionale Kredite wenn das Herz zur Hausbank wird

In vielen Beziehungen läuft ein stilles, nicht ausgesprochenes Konto mit: Einer zahlt immer mehr Zeit, Geduld, Fürsorge, Verständnis. Der andere lebt, als hätte er eine unlimitierte Kreditkarte auf diesem Konto. Man nennt das dann „Kompromiss“, „er/sie hat halt viel Stress“ oder „das wird schon wieder“.
In klareren Begriffen wäre es: emotionaler Dispo mit schleichendem Zinseszins aus Enttäuschung.

Die Mechanik ist immer gleich:

  1. Einzahlung: Man investiert Aufmerksamkeit, Unterstützung, Nachsicht.
  2. Versprechen: „Später, wenn alles ruhiger ist, wird es besser.“
  3. Realität: „Alles bleibt gleich, aber du bist jetzt müder.“

Im Römischen Imperium hätte man so jemanden wahrscheinlich „Parasiten“ oder „Hofschmeichler“ genannt – heute heißt es: „Er/sie ist halt noch nicht so weit.“
Die Sprache wurde weicher, die Ausreden filigraner, die Dynamik bleibt brutal identisch.

Caesar, Cleopatra und der Prototyp der toxischen Allianz

Um die Sache historisch einzuordnen:
Die legendäre Verbindung von Caesar und Cleopatra war weniger Liebesdrama und mehr Hochrisiko-Investment.

Sie: politische Überlebenskünstlerin mit einer Nationalbank im Nacken.
Er: Machtjunkie mit Expansionsdrang.
Beide: emotional hochverschuldet bei ihrem eigenen Ego.

Cleopatra investiert ihre Jugend, ihre Position, ihre Reputation dafür erhält sie Schutz, Einfluss, vielleicht ein bisschen gefälschte Zuneigung. Caesar investiert seine Macht, seine Armee, seine politische Stabilität im Gegenzug bekommt er Prestige, Storytelling und das Gefühl, der Hauptdarsteller in einem göttlich inszenierten Epos zu sein.

Würde man die Beziehung der beiden heute in modernen Begriffen beschreiben, klänge das ungefähr so: „Situationship mit geopolitischen Vorzügen, toxische Abhängigkeit auf beidseitiger Ego-Basis, keine klare Kommunikation, dafür grandioses Drama.“

Das Ende ist bekannt:
Der historische Plot crasht, das Empire stolpert, die Beteiligten gehen mehr oder weniger unter und die Nachwelt verkauft es als Liebesgeschichte. Klingt verdächtig nach einer antiken Version von „Wir waren kompliziert, aber es war irgendwie schön“ nur mit mehr Sand und weniger Instagram.

Supermarkt der Gefühle: Liebe im Zeitalter der Rabattcodes

Im Alltag wirkt moderne Liebe oft wie eine Mischung aus Supermarkt-Schlacht und Anlegerkonferenz.

Auf Dating-Apps wird gewischt wie bei einem Räumungsverkauf von Menschen:
„Gefällt mir, aber die Beschreibung ist schwach.“
„Sieht gut aus, aber zu wenig verfügbar.“
„Interessant, aber wahrscheinlich Bindungsallergiker nächster.“

Man vergleicht Optionen, sammelt Eindrücke, kalkuliert Nutzen.
Die emotionale Buchhaltung läuft nebenbei:
Wie oft hat er/sie geschrieben?
Wer meldet sich zuerst?
Wer zeigt „zu viel Interesse“ und beschädigt damit den eigenen Marktwert?

Was früher der römische Senat an Betrug, Intrigen und versteckten Agenden aufgeführt hat, findet heute im Kleinen in Chatverläufen statt:

  • Typ „Caesar“: sendet hochtrabende Versprechungen, liefert aber hauptsächlich Reden.
  • Typ „Brutus“: lächelt, stimmt zu und ghostet dann zum strategisch ungünstigsten Zeitpunkt.
  • Typ „Senatsblockade“: will alles offenlassen, „nicht labeln“ und „mal schauen, was sich ergibt“.

Der eine investiert Herz, der andere Optionen.
Ergebnis: emotionaler Minuszins.

Gefühlscontrolling: Wer bucht hier was?

Wie viele Menschen würden eine Beziehung starten, wenn man im Voraus eine nüchterne Bilanz bekäme?

  • Voraussichtlicher emotionaler Kontostand nach 12 Monaten: leicht bis schwer überzogen.
  • Erwartbare Folgekosten: Schlafmangel, Selbstzweifel, Therapiebedarf.
  • Bonusprogramm: Drei gute Momente, ein gemeinsames Foto, zwei Sätze, an denen man sich viel zu lange festhält.

Und trotzdem: Man unterschreibt.
Nicht, weil man dumm ist sondern weil das System seit Kindheit an trainiert:
Liebe = Risiko ohne Plan, hauptsache es knistert.

Von Romeo & Julia bis Titanic wird beinahe ausschließlich eine Botschaft verkauft:
Wahre Liebe erkennt man daran, dass sie maximal unvernünftig ist.
Wer frühzeitig aussteigt, gilt nicht als klug, sondern als kalt.

Alternativen zum Herz-Dispo ohne Ratgeber-Geschwurbel

Keine Sorge, hier folgt kein weichgespülter Appell à la
„Liebe dich selbst, dann kommt alles von allein“.
Selbstliebe ist kein Amazongutschein, der plötzlich bessere Menschen ins Haus liefert.

Aber vielleicht hilft ein Perspektivwechsel:

  • Man darf aufhören, der kostenlosen Bank für emotional insolvente Personen zu spielen.
  • Man darf Interesse zeigen ohne gleich die Vollfinanzierung der anderen Seele anzubieten.
  • Man darf Zinsen verlangen: Respekt, Verlässlichkeit, Rückmeldung. Kein Drama, nur Mindeststandard.

Das hat nichts mit Zynismus zu tun, eher mit gesundem Risikomanagement.
Rom ist nicht an einem Tag untergegangen aber an einer sehr langen Reihe schlechter Entscheidungen.
Beziehungen übrigens auch.

Herz auf Pump war gestern

Am Ende bleibt eine unbequeme, aber entlastende Wahrheit:

Liebe ist kein Märchen, sondern ein Vertrag mit emotionalen Klauseln.
Wer so tut, als wäre alles Magie, landet meistens schneller im Gefühls-Dispo, als der Kontostand „Minusbereich“ sagen kann.

Vielleicht sollten Liebesgeschichten künftig mit einem Disclaimer starten:

„Warnhinweis: Diese Beziehung kann zu emotionalen Verlusten führen.
Prüfen Sie vor Unterzeichnung Ihren inneren Kontostand“

Denn am bitter-komischen Ende lautet die wichtigste Frage nicht:
„War es große Liebe?“

Sondern:

Hat es dich aufgebaut oder nur dein Herz auf Pump laufen lassen?

Gefühls-Dispo: Wenn Liebe mehr kostet, als du auf dem Konto hast
und du endlich beschließt, die Karte zu sperren.

Elda Kovacevic seziert das moderne Leben mit der Präzision eines Chirurgen, der längst aufgehört hat, an Wunder zu glauben und der Eleganz einer Frau, die selbst im emotionalen Schlachtfeld noch stilecht Parfüm trägt. Ob Dating-Dramen, die sich anfühlen wie schlecht geschnittene Indie-Filme, Interior-Illusionen, die mehr versprechen als sie liefern, oder Arbeitsplatztragödien, die so absurd sind, dass sie eigentlich Kabarett sein müssten Elda verwandelt jedes Chaos in klare Worte und jede unbequeme Wahrheit in lesbare Kunst. Sie schreibt, als würde sie den Staub aus gesellschaftlichen Ecken pusten, in denen sich seit Jahrzehnten niemand mehr getraut hat hinzuschauen. Für alle, die Stil lieben, Wahrheit ertragen und Bullshit schon aus ästhetischen Gründen konsequent ablehnen.